Kissen gehören zu den Dingen im Haushalt, die wir jede Nacht benutzen und deshalb leicht vergessen zu reinigen. Während Bettwäsche und Kissenbezüge regelmäßig gewechselt werden, bleibt das eigentliche Kissen oft monatelang oder sogar jahrelang unbeachtet.
Mit der Zeit kann sich das jedoch bemerkbar machen: Das Kissen wirkt nicht mehr strahlend weiß, bekommt gelbliche oder graue Stellen, fühlt sich weniger frisch an oder entwickelt einen leicht muffigen Geruch.
Der Grund dafür ist meistens völlig alltäglich. Während des Schlafens kommen Kissen über viele Stunden mit Haut, Haaren und Feuchtigkeit in Kontakt. Schweiß, Hautfett, Hautschuppen und andere Rückstände können durch den Kissenbezug bis in die Füllung gelangen. Gleichzeitig können Staub und andere Partikel aus der Umgebung hinzukommen.
Das bedeutet nicht automatisch, dass ein Kissen unhygienisch oder gefährlich ist. Es zeigt vielmehr, dass auch das eigentliche Kissen gelegentlich Aufmerksamkeit braucht.
Mit der richtigen Reinigungsmethode können viele waschbare Kissen wieder deutlich frischer und sauberer werden.
Warum werden Kissen überhaupt gelb?
Die typische gelbliche Verfärbung kommt häufig durch Feuchtigkeit und Körperfette zustande.
Während wir schlafen, schwitzen wir ganz natürlich. Ein Teil dieser Feuchtigkeit wird vom Kissenbezug aufgenommen, ein Teil kann jedoch weiter in das Kissen gelangen.
Zusätzlich können Hautfette, Haarpflegeprodukte, Cremes und andere Rückstände beitragen.
Über längere Zeit können diese Stoffe die ursprünglich helle Farbe des Materials verändern.
Besonders deutlich sieht man das bei weißen oder sehr hellen Kissen.
Die Verfärbung bedeutet deshalb nicht unbedingt, dass das Kissen „schmutzig“ im klassischen Sinn ist. Häufig handelt es sich um angesammelte Rückstände, die sich über viele Nächte hinweg aufgebaut haben.
Warum ein Kissen regelmäßig gereinigt werden sollte
Ein sauberer Kissenbezug ist wichtig, aber er ersetzt nicht automatisch die Reinigung des Kissens.
Der Bezug bildet zwar eine Schutzschicht, kann jedoch nicht sämtliche Feuchtigkeit und Partikel zurückhalten.
Deshalb lohnt es sich, die Pflegehinweise des Herstellers zu überprüfen und das Kissen – sofern es dafür geeignet ist – gelegentlich zu waschen.
Regelmäßige Pflege kann dabei helfen, Gerüche zu reduzieren und das Kissen länger frisch zu halten.
Für Menschen mit Allergien oder empfindlichen Atemwegen kann außerdem eine möglichst staubarme Schlafumgebung besonders sinnvoll sein.
Allerdings sollte man nicht davon ausgehen, dass jede Verfärbung von Milben stammt. Gelbe Flecken können ganz normale Ursachen haben, beispielsweise Schweiß und Hautfett.
Der wichtigste Schritt: Das Pflegeetikett prüfen
Bevor Sie irgendein Reinigungsmittel verwenden, schauen Sie auf das Etikett des Kissens.
Dort finden Sie normalerweise wichtige Angaben darüber, ob das Kissen:
- in der Waschmaschine gewaschen werden darf,
- bei welcher Temperatur es gewaschen werden kann,
- in den Trockner darf,
- nur von Hand gereinigt werden sollte,
- oder überhaupt nicht gewaschen werden darf.
Das ist besonders wichtig, weil Kissen aus sehr unterschiedlichen Materialien bestehen.
Ein waschbares Synthetikkissen lässt sich anders behandeln als beispielsweise ein Kissen mit Daunen-, Feder-, Schaumstoff- oder Spezialfüllung.
Die Herstellerangaben haben immer Vorrang vor einer allgemeinen Reinigungsempfehlung.
Welche Kissen können häufig in die Waschmaschine?
Viele Kissen mit synthetischer Füllung können – sofern das Etikett es erlaubt – problemlos in der Waschmaschine gereinigt werden.
Auch manche Daunen- und Federkissen sind maschinenwaschbar.
Bei solchen Kissen sollte man besonders auf einen gründlichen Wasch- und Trockenvorgang achten.
Schaumstoffkissen, insbesondere Memory-Foam-Kissen, sind dagegen häufig nicht für eine vollständige Maschinenwäsche geeignet.
Bei ihnen kann Wasser die Struktur beschädigen oder dazu führen, dass die Füllung nicht richtig trocknet.
Deshalb sollte man niemals einfach davon ausgehen, dass jedes Kissen auf dieselbe Weise behandelt werden kann.
Was Sie für die Reinigung benötigen
Für ein waschbares Kissen benötigen Sie oft gar keine komplizierte Sammlung von Spezialprodukten.
In vielen Fällen reichen:
- ein geeignetes Waschmittel,
- Wasser entsprechend der Pflegeanleitung,
- eine Waschmaschine, sofern das Kissen dafür geeignet ist,
- und ausreichend Zeit zum vollständigen Trocknen.
Bei hartnäckigen Flecken kann je nach Material ein geeignetes Fleckenmittel hilfreich sein.
Wer ein Aufhellungsmittel verwenden möchte, sollte unbedingt prüfen, ob es für den jeweiligen Stoff und die Füllung geeignet ist.
Aggressive Mittel können Fasern beschädigen oder Verfärbungen verursachen.
So reinigen Sie ein waschbares Kissen Schritt für Schritt
1. Kissenbezug abnehmen
Entfernen Sie zunächst den normalen Kissenbezug.
Wenn das Kissen zusätzlich einen separaten Schutzbezug besitzt, nehmen Sie auch diesen ab und waschen Sie ihn entsprechend seiner eigenen Pflegeanleitung.
2. Das Kissen untersuchen
Schauen Sie sich das Kissen vor dem Waschen genau an.
Achten Sie auf:
- gelbliche Stellen,
- sichtbare Flecken,
- Risse,
- offene Nähte,
- ungewöhnliche Gerüche,
- oder Stellen, an denen die Füllung austritt.
Ein beschädigtes Kissen sollte nicht einfach in die Waschmaschine gesteckt werden.
Durch die Bewegung in der Trommel könnte eine beschädigte Naht weiter aufgehen.
3. Flecken vorher behandeln
Bei sichtbaren Flecken kann eine Vorbehandlung sinnvoll sein.
Verwenden Sie ein für den Stoff geeignetes Fleckenmittel und halten Sie sich an dessen Gebrauchsanweisung.
Testen Sie bei empfindlichen Materialien zunächst an einer unauffälligen Stelle, ob sich die Farbe oder Oberfläche verändert.
Reiben Sie Flecken nicht aggressiv ein.
Dadurch können Fasern beschädigt werden und der Fleck kann sich unter Umständen weiter verteilen.
4. Das richtige Waschprogramm auswählen
Wenn das Pflegeetikett eine Maschinenwäsche erlaubt, wählen Sie die dort angegebene Temperatur und das empfohlene Programm.
Eine höhere Temperatur ist nicht automatisch besser.
Manche Materialien vertragen hohe Temperaturen problemlos, andere können dadurch beschädigt werden.
Auch die Menge des Waschmittels sollte angemessen sein.
Mehr Waschmittel bedeutet nicht automatisch ein saubereres Kissen.
Zu viel Waschmittel kann Rückstände hinterlassen, die sich später auf der Oberfläche unangenehm anfühlen können.
5. Gründlich ausspülen
Ein gründliches Ausspülen ist besonders wichtig, wenn das Kissen stark saugfähig ist.
Waschmittelreste sollten möglichst vollständig aus der Füllung entfernt werden.
Wenn Ihre Waschmaschine eine zusätzliche Spüloption anbietet und diese laut Pflegehinweisen geeignet ist, kann sie bei stark gefüllten Textilien sinnvoll sein.
6. Das Kissen vollständig trocknen
Dieser Schritt ist mindestens genauso wichtig wie das Waschen.
Ein Kissen sollte nach der Reinigung vollständig durchgetrocknet sein.
Bleibt im Inneren Feuchtigkeit zurück, kann das zu unangenehmen Gerüchen führen und unter ungünstigen Bedingungen die Entstehung von Schimmel begünstigen.
Wenn das Pflegeetikett einen Trockner erlaubt, verwenden Sie die dort angegebene Einstellung.
Bei empfindlichen Kissen kann Lufttrocknung die bessere Möglichkeit sein.
Das Kissen sollte dabei ausreichend belüftet liegen und regelmäßig gewendet beziehungsweise aufgelockert werden.
Warum der Trocknungsvorgang so wichtig ist
Ein Kissen kann sich außen bereits trocken anfühlen, während das Innere noch feucht ist.
Das passiert besonders bei dick gefüllten Kissen.
Deshalb sollten Sie sich nicht allein auf die Oberfläche verlassen.
Drücken Sie das Kissen vorsichtig und prüfen Sie, ob sich irgendwo noch Feuchtigkeit befindet.
Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie es lieber länger trocknen.
Geduld ist hier deutlich besser als ein zu früh verwendetes Kissen.
Was ist mit dem Geruch?
Ein frischer Duft sollte nicht unbedingt bedeuten, dass ein Kissen mit stark parfümierten Produkten behandelt wurde.
Der wichtigste Schritt gegen einen muffigen Geruch ist eine gründliche Reinigung und vor allem vollständiges Trocknen.
Nach dem Waschen kann das Kissen an einem gut belüfteten Ort auslüften, sofern dies für das Material geeignet ist.
Ein angenehmer, neutraler Geruch ist häufig sinnvoller als ein sehr intensiver Duft, der lediglich andere Gerüche überdeckt.
Kann man Backpulver oder Natron verwenden?
Natron wird häufig als Hausmittel zur Geruchsbekämpfung empfohlen.
Bei manchen waschbaren Textilien kann es hilfreich sein, Gerüche zu reduzieren.
Es sollte jedoch nicht als universelle Lösung betrachtet werden.
Bei empfindlichen Materialien oder Kissen mit besonderen Füllungen sollte man sich an die Pflegehinweise halten.
Wenn ein Kissen nicht gewaschen werden darf, ist es besonders wichtig, keine großen Mengen feuchter Hausmittel in das Innere einzuarbeiten.
Vorsicht mit Chlorbleiche
Ein starkes Bleichmittel kann zwar den Eindruck erwecken, dass vergilbte Kissen dadurch wieder strahlend weiß werden.
Es ist aber nicht für jedes Material geeignet.
Chlorhaltige Produkte können bestimmte Fasern und Füllungen beschädigen und bei unsachgemäßer Anwendung unerwünschte Verfärbungen verursachen.
Deshalb sollte Bleiche nur verwendet werden, wenn das Pflegeetikett und die Produktanleitung dies ausdrücklich zulassen.
Was tun bei sehr hartnäckigen gelben Flecken?
Wenn eine Verfärbung bereits sehr lange vorhanden ist, lässt sie sich möglicherweise nicht vollständig entfernen.
Das ist normal.
Ein Kissen ist kein Kleidungsstück, das nach jeder Wäsche wieder wie neu aussehen muss.
Wenn das Material sauber, geruchsfrei und in gutem Zustand ist, kann eine leichte Restverfärbung rein optischer Natur sein.
Wenn der Geruch trotz gründlicher Reinigung bleibt oder das Kissen beschädigt ist, kann ein Austausch sinnvoller sein.
Was ist mit Schaumstoff- und Memory-Foam-Kissen?
Hier ist besondere Vorsicht geboten.
Viele Schaumstoffkissen sollten nicht vollständig in Wasser getaucht und nicht in der Waschmaschine gewaschen werden.
Bei solchen Kissen kann normalerweise der abnehmbare Bezug separat gereinigt werden.
Der Schaumstoff selbst wird je nach Herstellerangabe eher punktuell und schonend behandelt.
Bei Unsicherheit sollten Sie die Pflegeanleitung des Herstellers prüfen.
So bleiben Kissen länger frisch
Die beste Reinigung ist die, die gar nicht erst unnötig häufig nötig wird.
Ein zusätzlicher Kissenschutz kann dabei helfen, das eigentliche Kissen vor Schweiß, Hautfett und anderen Rückständen zu schützen.
Der Schutzbezug sollte regelmäßig zusammen mit der Bettwäsche gewaschen werden.
Außerdem kann es hilfreich sein, das Kissen regelmäßig auszulüften und – sofern das Material dafür geeignet ist – gelegentlich aufzuschütteln.
Ein gut belüftetes Schlafzimmer kann ebenfalls dazu beitragen, dass Feuchtigkeit nach der Nacht besser abtrocknet.
Kissen regelmäßig überprüfen
Auch wenn ein Kissen äußerlich noch gut aussieht, lohnt sich gelegentlich ein genauer Blick.
Achten Sie auf:
- dauerhafte Verfärbungen,
- Klumpen in der Füllung,
- Verlust der ursprünglichen Form,
- unangenehme Gerüche,
- beschädigte Nähte,
- oder eine deutlich schlechtere Unterstützung beim Schlafen.
Ein Kissen hält nicht unbegrenzt.
Wenn es trotz Reinigung dauerhaft unangenehm riecht, seine Form verliert oder beschädigt ist, ist ein neues Kissen manchmal die sinnvollere Lösung.
Ein sauberer Kissenbezug reicht nicht immer aus
Viele Menschen denken zuerst an die Bettwäsche.
Das ist verständlich, denn Kissenbezüge werden regelmäßig gewechselt.
Der eigentliche Kissenkern bleibt jedoch über lange Zeit darunter verborgen.
Deshalb sollte die gesamte Schlafumgebung betrachtet werden:
Bettwäsche, Kissenbezug, Kissenschutz, Kissen, Matratze und Schlafzimmer sollten jeweils entsprechend ihrem Material und ihrer Pflegeanleitung behandelt werden.
So entsteht eine insgesamt angenehmere und frischere Schlafumgebung.



