Ein Backofen gehört zu den Geräten, die im Alltag besonders viel leisten. Er backt Brot und Kuchen, gart Aufläufe, röstet Gemüse und sorgt für knusprige Gerichte. Gleichzeitig gehört er zu den Haushaltsgeräten, deren Reinigung man gerne ein wenig hinauszögert.
Denn solange die Backofentür geschlossen ist, sieht man die kleinen Missgeschicke des Kochens nicht unbedingt.
Ein paar Spritzer Soße hier, ein Tropfen Fett dort, etwas Käse auf dem Boden und vielleicht eine übergelaufene Flüssigkeit, die beim nächsten Backen wieder erhitzt wird. Mit der Zeit entsteht daraus eine hartnäckige Schicht aus eingebrannten Rückständen.
Und dann kommt der Moment, in dem man die Tür öffnet und denkt:
Jetzt muss ich ihn wirklich reinigen.
Die gute Nachricht: Für leichte bis mittlere Verschmutzungen können einige einfache Haushaltsmittel eine praktische Alternative zu aggressiven Spezialreinigern sein.
Drei besonders bekannte Helfer sind:
Natron, Spülmittel und warmes Wasser.
Sie können damit eine einfache Reinigungspaste herstellen, die sich für viele verschmutzte Backofenflächen eignet.
Warum wird ein Backofen überhaupt so schmutzig?
Beim Backen und Kochen entstehen zahlreiche Rückstände.
Fett kann aus Speisen spritzen. Soßen können überlaufen. Käse kann auf den Boden tropfen und dort festbacken. Zuckerhaltige Flüssigkeiten können nach dem Erhitzen klebrige oder harte Rückstände hinterlassen.
Während des Betriebs werden diese Substanzen immer wieder hohen Temperaturen ausgesetzt.
Je länger sie auf der Oberfläche bleiben, desto schwieriger können sie sich entfernen lassen.
Deshalb ist ein wichtiger Grundsatz:
Je früher ein Fleck gereinigt wird, desto einfacher ist die Arbeit meistens.
Natürlich kann niemand nach jeder Benutzung den gesamten Backofen gründlich reinigen. Eine gelegentliche schnelle Reinigung kann jedoch verhindern, dass aus kleinen Verschmutzungen eine dicke, hartnäckige Schicht wird.
Die drei einfachen Zutaten
Für eine grundlegende Reinigung können Sie zunächst diese Haushaltsmittel bereitlegen:
- Natron
- mildes Spülmittel
- warmes Wasser
Dazu benötigen Sie ein weiches Tuch oder einen Schwamm, eine kleine Schüssel und gegebenenfalls eine alte Bürste mit weichen Borsten.
Natron ist dabei nicht deshalb interessant, weil es ein aggressiver Reiniger wäre. Es kann als mildes Scheuermittel eingesetzt werden und hilft dabei, Verschmutzungen mechanisch zu lösen.
Das Spülmittel unterstützt besonders bei fettigen Rückständen.
Das warme Wasser macht die Mischung streichfähig und hilft dabei, Verschmutzungen aufzuweichen.
Schritt 1: Den Backofen vollständig abkühlen lassen
Bevor Sie mit der Reinigung beginnen, muss der Backofen vollständig ausgeschaltet und abgekühlt sein.
Das klingt selbstverständlich, ist aber besonders wichtig.
Arbeiten Sie niemals an einem noch heißen Backofen, wenn Sie Reinigungsmittel oder Wasser verwenden.
Warten Sie nach dem Backen ausreichend lange, bis die Innenflächen nicht mehr heiß sind.
Wenn der Backofen über eine spezielle Reinigungsfunktion verfügt, sollten Sie außerdem zunächst die Bedienungsanleitung des Herstellers beachten.
Schritt 2: Alles Lose entfernen
Nehmen Sie zunächst die Backbleche und Roste heraus.
Entfernen Sie anschließend lose Krümel und größere Essensreste.
Dafür können Sie ein trockenes Tuch oder Küchenpapier verwenden.
Dieser Schritt wirkt unscheinbar, macht die anschließende Reinigung aber wesentlich einfacher.
Wenn lose Rückstände noch im Backofen liegen, verteilen sie sich beim Wischen nur weiter.
Schritt 3: Die Reinigungspaste herstellen
Geben Sie etwas Natron in eine Schüssel.
Fügen Sie anschließend eine kleine Menge Spülmittel und genügend warmes Wasser hinzu, bis eine streichfähige Paste entsteht.
Die Mischung sollte nicht zu flüssig sein.
Sie soll sich auf den verschmutzten Flächen verteilen lassen, ohne sofort herunterzulaufen.
Sie müssen keine riesige Menge herstellen.
Eine kleine Schüssel reicht normalerweise aus, um zunächst die stärker verschmutzten Bereiche zu behandeln.
Schritt 4: Die Paste auftragen
Verteilen Sie die Mischung vorsichtig auf den verschmutzten Innenflächen.
Konzentrieren Sie sich zunächst auf Stellen mit sichtbaren Fett- und Essensrückständen.
Bei besonders hartnäckigen Stellen können Sie eine etwas dickere Schicht auftragen.
Allerdings sollte die Paste nicht in Öffnungen, Lüftungsschlitze oder elektrische Bereiche gelangen.
Auch die Heizstäbe sollten nicht unnötig mit einer feuchten Paste bedeckt werden.
Schritt 5: Die Mischung einwirken lassen
Hier liegt einer der wichtigsten Tricks.
Sie müssen nicht sofort kräftig schrubben.
Lassen Sie die Paste zunächst eine Weile auf den Verschmutzungen liegen.
Dadurch können die Rückstände weicher werden.
Bei stärkeren Verschmutzungen kann eine längere Einwirkzeit hilfreich sein.
Der genaue Zeitraum hängt davon ab, wie stark der Backofen verschmutzt ist.
Je länger eine Verschmutzung eingebrannt wurde, desto weniger realistisch ist es allerdings, dass sie nach einer einzigen Behandlung vollständig verschwindet.
Manchmal sind mehrere sanfte Durchgänge besser als aggressives Schrubben.
Schritt 6: Mit einem feuchten Tuch abwischen
Nach der Einwirkzeit nehmen Sie ein sauberes, feuchtes Tuch und wischen die behandelten Flächen vorsichtig ab.
Beginnen Sie mit den leichter verschmutzten Bereichen.
Für festere Rückstände können Sie ein weiches Tuch oder einen geeigneten, nicht kratzenden Schwamm verwenden.
Arbeiten Sie lieber in mehreren kleinen Abschnitten.
So behalten Sie besser den Überblick.
Schritt 7: Hartnäckige Stellen vorsichtig nachbehandeln
Wenn einzelne Stellen noch sichtbar verschmutzt sind, müssen Sie nicht sofort zu einem aggressiveren Mittel greifen.
Tragen Sie bei Bedarf erneut etwas Paste auf.
Lassen Sie sie wieder einwirken und versuchen Sie anschließend, die Stelle vorsichtig zu lösen.
Bei empfindlichen Oberflächen sollten Sie besonders zurückhaltend sein.
Vermeiden Sie harte Scheuerschwämme oder Werkzeuge, die die Oberfläche zerkratzen könnten.
Die Backofentür nicht vergessen
Die Backofentür wird beim Putzen gerne übersehen.
Dabei können sich gerade dort Fett- und Soßenspritzer sammeln.
Für die Innenseite der Tür können Sie ebenfalls ein geeignetes mildes Reinigungsmittel verwenden.
Arbeiten Sie vorsichtig an Glasflächen.
Verwenden Sie keine aggressiven Scheuermittel und keine Werkzeuge, die Kratzer verursachen könnten.
Wenn die Tür zwischen mehreren Glasscheiben verschmutzt ist, sollten Sie nicht einfach versuchen, die Scheiben gewaltsam auseinanderzubauen.
Prüfen Sie zunächst die Herstelleranleitung.
Was ist mit den Backblechen und Rosten?
Auch die herausnehmbaren Teile verdienen eine eigene Reinigung.
Legen Sie Roste und Bleche – sofern vom Hersteller erlaubt – in warmes Wasser mit etwas Spülmittel.
Lassen Sie die Rückstände einweichen.
Anschließend können Sie sie mit einem geeigneten Schwamm reinigen.
Bei eingebrannten Stellen kann etwas Geduld oft mehr bringen als kräftiges Schrubben.
Warum Natron so beliebt ist
Natron wird in vielen Haushalten für unterschiedliche Reinigungsaufgaben verwendet.
Seine leicht abrasive Wirkung kann dabei helfen, Rückstände mechanisch zu lösen.
Gleichzeitig ist es vergleichsweise einfach zu handhaben.
Wichtig ist jedoch, Natron nicht mit jedem anderen Reinigungsmittel zu kombinieren.
„Natürlich“ bedeutet nicht automatisch „für jede Oberfläche geeignet“.
Beachten Sie deshalb die Pflegehinweise Ihres Backofens.
Warum Spülmittel hilfreich ist
Spülmittel wurde speziell dafür entwickelt, Fett und andere Speiserückstände zu lösen.
Deshalb ist es bei einem verschmutzten Backofen eine naheliegende Ergänzung.
Besonders bei fettigen Ablagerungen kann eine kleine Menge Spülmittel in der Reinigungspaste hilfreich sein.
Sie benötigen dabei keine große Menge.
Mehr Reinigungsmittel bedeutet nicht automatisch eine bessere Reinigung.
Was Sie besser nicht verwenden sollten
Bei der Backofenreinigung sind aggressive Experimente keine gute Idee.
Vermeiden Sie insbesondere:
- verschiedene chemische Reinigungsmittel miteinander zu mischen,
- unbekannte Internet-Rezepturen ohne Sicherheitsprüfung auszuprobieren,
- Metallwerkzeuge auf empfindlichen Oberflächen einzusetzen,
- Heizstäbe unnötig mit Wasser oder Reinigungsmitteln zu behandeln,
- Flüssigkeit in Lüftungsöffnungen oder elektrische Komponenten gelangen zu lassen,
- und einen noch heißen Backofen mit Wasser oder Reinigungsmitteln zu behandeln.
Ganz besonders wichtig:
Mischen Sie niemals chlorhaltige Reiniger mit Säuren oder anderen Reinigungsmitteln.
Dabei können gefährliche Dämpfe entstehen.
Was tun bei extrem starken Verschmutzungen?
Manchmal ist ein Backofen so stark verschmutzt, dass eine milde Reinigungspaste nicht ausreicht.
In diesem Fall sollten Sie nicht endlos kräftiger schrubben.
Überprüfen Sie zunächst die Bedienungs- und Pflegehinweise des Herstellers.
Viele moderne Backöfen verfügen über spezielle Beschichtungen oder Reinigungsprogramme, die eine bestimmte Behandlung erfordern.
Wenn Sie nicht wissen, welches Material oder welche Beschichtung im Innenraum verwendet wurde, ist Vorsicht besser als ein beschädigter Backofen.
Eine kleine Reinigung nach dem Kochen kann viel Arbeit sparen
Sie müssen nicht jedes Mal eine komplette Grundreinigung durchführen.
Wenn beim Kochen etwas überläuft, können Sie – sobald der Backofen sicher abgekühlt ist – die Rückstände möglichst zeitnah entfernen.
Je weniger Zeit Fett und Speisereste haben, um wiederholt erhitzt zu werden, desto leichter lassen sie sich häufig entfernen.
Ein paar Minuten regelmäßige Pflege können deshalb langfristig eine große Reinigung ersparen.
Ein einfacher Reinigungsrhythmus
Eine praktische Routine könnte so aussehen:
Nach der Nutzung: sichtbare Verschmutzungen möglichst zeitnah entfernen.
Regelmäßig: Backbleche, Roste und die Innenseite der Tür reinigen.
Bei stärkerer Verschmutzung: eine gründlichere Reinigung mit einer geeigneten Paste durchführen.
Bei ungewöhnlichen Problemen: Herstellerangaben prüfen oder fachkundige Hilfe in Anspruch nehmen.
So bleibt der Backofen eher unter Kontrolle, anstatt irgendwann zu einem großen Wochenendprojekt zu werden.



