Ein Geschirrspüler gehört heute zu den praktischsten Haushaltsgeräten überhaupt. Er spart Zeit, Wasser und Mühe und übernimmt eine Aufgabe, die früher oft viel Geduld erforderte. Nach einem langen Arbeitstag oder einem ausgiebigen Familienessen genügt es meist, Teller, Gläser und Besteck einzuräumen, ein Programm zu wählen und die Maschine ihre Arbeit erledigen zu lassen. Gerade deshalb ist die Versuchung groß, nahezu jedes Küchenutensil einfach in den Geschirrspüler zu legen.
Doch genau hier machen viele Menschen einen entscheidenden Fehler. Nicht jedes Material hält den hohen Temperaturen, dem starken Wasserdruck und den aggressiven Bestandteilen moderner Spülmaschinenreiniger stand. Während manche Gegenstände äußerlich zunächst unbeschädigt erscheinen, können sie im Inneren bereits Schaden genommen haben. Andere verlieren ihren Glanz, verformen sich, bekommen Risse oder werden mit jeder Spülung ein wenig stärker beschädigt, bis sie schließlich unbrauchbar werden.
Darüber hinaus können ungeeignete Gegenstände auch den Geschirrspüler selbst beeinträchtigen. Abplatzende Beschichtungen, Holzfasern, Rostpartikel oder gelöste Klebereste können Filter verstopfen, Sprüharme blockieren oder Rückstände im gesamten Innenraum hinterlassen. Das kann langfristig die Reinigungsleistung verschlechtern und kostspielige Reparaturen verursachen.
Damit Ihre Küchenutensilien möglichst lange schön und funktionstüchtig bleiben und Ihr Geschirrspüler zuverlässig arbeitet, sollten Sie die folgenden acht Gegenstände grundsätzlich von Hand reinigen.
1. Scharfe Küchenmesser
Hochwertige Küchenmesser gehören zu den Gegenständen, die besonders empfindlich auf die Bedingungen in einem Geschirrspüler reagieren. Während eines Spülgangs treffen heißes Wasser, Wasserdampf, starke Reinigungsmittel und häufig auch Stöße gegen anderes Geschirr auf die empfindliche Schneide.
Dadurch verliert die Klinge nach und nach ihre Schärfe. Selbst Messer aus hochwertigem Edelstahl müssen anschließend häufiger nachgeschliffen werden. Zusätzlich können sich feine Kratzer bilden, und Holzgriffe oder verklebte Griffe können durch Feuchtigkeit aufquellen oder sich lösen.
Am besten werden hochwertige Messer direkt nach dem Gebrauch mit warmem Wasser, etwas mildem Spülmittel und einem weichen Schwamm gereinigt. Anschließend sollten sie sofort sorgfältig abgetrocknet werden.
2. Schneidebretter aus Holz
Holz ist ein natürlicher Werkstoff, der Feuchtigkeit aufnimmt und wieder abgibt. Im Geschirrspüler wird Holz über längere Zeit großer Hitze und viel Wasser ausgesetzt. Dadurch quillt das Material auf und zieht sich beim Trocknen wieder zusammen.
Mit der Zeit entstehen feine Risse, Verformungen oder sogar tiefe Spalten, in denen sich Bakterien leichter ansiedeln können. Außerdem verlieren viele Holzbretter ihre glatte Oberfläche und fühlen sich rau an.
Eine schonende Handwäsche mit warmem Wasser genügt meist vollkommen. Danach sollte das Brett aufrecht trocknen und gelegentlich mit lebensmittelechtem Holzpflegeöl behandelt werden.
3. Gusseiserne Pfannen und Töpfe
Gusseisen besitzt eine sogenannte Patina – eine eingebrannte Schutzschicht aus Öl, die für die hervorragenden Antihafteigenschaften verantwortlich ist.
Aggressive Spülmaschinenreiniger lösen diese Schutzschicht nach und nach auf. Gleichzeitig kann Feuchtigkeit Rostbildung begünstigen. Bereits wenige Spülgänge können dazu führen, dass die Pfanne ihre natürliche Antihaftwirkung verliert.
Gusseisen sollte ausschließlich mit warmem Wasser, einer Bürste oder einem weichen Schwamm gereinigt werden. Anschließend wird es gründlich getrocknet und dünn eingeölt.
4. Aluminiumgeschirr
Unbeschichtetes Aluminium reagiert empfindlich auf alkalische Bestandteile vieler Geschirrspülmittel. Die Oberfläche kann dunkel werden, stumpf erscheinen oder fleckige Verfärbungen entwickeln.
Auch dünnere Aluminiumteile können sich unter Hitze leicht verformen. Besonders ältere Backformen oder Kochutensilien aus Aluminium verlieren dadurch oft ihre ursprüngliche Optik.
Eine schonende Reinigung per Hand erhält sowohl das Aussehen als auch die Stabilität des Materials deutlich länger.
5. Kristallgläser und feines Glas
Kristallgläser sind oft deutlich empfindlicher als gewöhnliche Trinkgläser. Hohe Temperaturen und starke Wasserstrahlen können feine Spannungen im Glas verursachen.
Mit der Zeit entstehen winzige Kratzer oder ein milchiger Schleier, der sich später kaum noch entfernen lässt. Besonders Gläser mit dünnem Rand oder aufwendigen Verzierungen können leichter brechen oder absplittern.
Für hochwertige Wein-, Sekt- oder Champagnergläser empfiehlt sich deshalb grundsätzlich die Reinigung von Hand mit lauwarmem Wasser und einem weichen Tuch.
6. Antihaftbeschichtete Pfannen
Viele moderne Pfannen besitzen eine spezielle Antihaftbeschichtung. Obwohl manche Hersteller ihre Produkte als spülmaschinengeeignet kennzeichnen, kann häufiges Spülen die Beschichtung dennoch langfristig beeinträchtigen.
Die Kombination aus hohen Temperaturen und chemischen Reinigungsmitteln lässt die Oberfläche mit der Zeit altern. Kleine Beschädigungen können dazu führen, dass Lebensmittel leichter anhaften und die Pfanne ihre guten Brateigenschaften verliert.
Mit einem weichen Schwamm und etwas Spülmittel lässt sich eine Antihaftpfanne meist innerhalb weniger Sekunden reinigen.
7. Isolierbecher und Thermoskannen
Thermobecher und Isolierflaschen besitzen häufig eine doppelwandige Konstruktion mit einer Vakuumisolierung zwischen den beiden Wänden.
Gelangt Wasser in diesen Zwischenraum oder werden Dichtungen durch Hitze beschädigt, verliert der Behälter seine isolierende Wirkung. Getränke bleiben dann nicht mehr lange heiß oder kalt.
Zusätzlich können Gummidichtungen spröde werden oder sich verformen. Eine gründliche Handwäsche schützt die empfindliche Konstruktion deutlich besser.
8. Gegenstände mit aufgeklebten Verzierungen oder Etiketten
Viele Becher, Dosen, Vorratsbehälter oder Dekorationsartikel besitzen aufgeklebte Motive, Etiketten oder dekorative Beschichtungen.
Im Geschirrspüler können sich diese Kleber lösen. Die Rückstände verteilen sich anschließend im Innenraum der Maschine, setzen den Filter zu oder bleiben auf anderem Geschirr haften.
Auch aufgedruckte Motive oder Schriftzüge verblassen häufig bereits nach wenigen Spülgängen und verlieren ihre ursprüngliche Farbintensität.
Warum Hitze und Reinigungsmittel problematisch sind
Während eines Spülprogramms herrschen Temperaturen von häufig 50 bis über 70 Grad Celsius. Gleichzeitig wirken starke Reinigungsmittel, Wasserstrahlen und lange Feuchtigkeit auf sämtliche Gegenstände ein.
Viele Materialien reagieren darauf empfindlicher, als man zunächst vermutet. Holz quillt auf, Metall kann anlaufen oder korrodieren, Klebstoffe lösen sich, Beschichtungen nutzen sich ab und empfindliche Gläser verlieren ihren Glanz.
So erkennen Sie, ob etwas wirklich spülmaschinengeeignet ist
Wer unsicher ist, sollte zunächst auf die Herstellerangaben achten. Viele Produkte tragen ein Symbol mit einem Geschirrspüler oder den Hinweis „spülmaschinengeeignet“. Dennoch bedeutet dies nicht immer, dass unbegrenzt häufiges Spülen empfehlenswert ist. Bei besonders hochwertigen oder empfindlichen Küchenutensilien ist die Handwäsche oft die schonendere Wahl und trägt dazu bei, Material, Funktion und Aussehen über viele Jahre zu erhalten.



