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Reis kochen ohne Kochen: Ein praktischer Küchenleitfaden

Reis gehört zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln der Welt und ist aus unzähligen Küchen nicht wegzudenken. Ob als Beilage zu Gemüse, Fleisch oder Fisch, als Grundlage für Bowls, Salate oder Pfannengerichte – Reis ist vielseitig, preiswert und einfach zuzubereiten. Die klassische Methode besteht darin, ihn in kochendem Wasser zu garen. Doch wussten Sie, dass es auch Möglichkeiten gibt, Reis nahezu ohne aktives Kochen zuzubereiten?

Unter dem Begriff „Reis kochen ohne Kochen“ versteht man verschiedene Methoden, bei denen der Reis nicht dauerhaft auf dem Herd gekocht wird. Stattdessen nutzt man die gespeicherte Wärme des Wassers oder die Hitze anderer Geräte, sodass der Reis schonend gart. Diese Verfahren können Energie sparen, verhindern ein Anbrennen und liefern bei richtiger Anwendung lockeren, gleichmäßig gegarten Reis.

Es handelt sich dabei nicht um einen Trick, bei dem roher Reis allein durch kaltes Wasser essbar wird. Reis muss ausreichend erhitzt werden, um sicher verzehrt werden zu können. Die folgenden Methoden basieren daher auf dem Prinzip des Nachgarens mit vorhandener Wärme.


Warum eine Methode ohne dauerhaftes Kochen wählen?

Viele Menschen kennen das Problem: Der Reis kocht über, brennt am Topfboden an oder wird zu weich. Durch das Nachgaren mit Restwärme lässt sich der Garprozess oft besser kontrollieren.

Zu den Vorteilen gehören:

  • geringerer Energieverbrauch
  • weniger Gefahr des Überkochens
  • gleichmäßiges Garen
  • lockere Reiskörner
  • weniger Aufmerksamkeit während des Garens
  • geringeres Risiko des Anbrennens
  • einfache Zubereitung auch für Anfänger

Welche Reissorten eignen sich?

Die Methode funktioniert besonders gut mit:

  • Langkornreis
  • Basmatireis
  • Jasminreis
  • Parboiled-Reis
  • Rundkornreis
  • Vollkornreis (mit längerer Garzeit)
  • Naturreis

Die Garzeit und Wassermenge unterscheiden sich je nach Reissorte.


Methode 1: Nachgaren mit Restwärme

Diese Methode ist besonders einfach und beliebt.

Zutaten

  • 1 Tasse Reis
  • 2 Tassen Wasser (je nach Reissorte)
  • ½ Teelöffel Salz (optional)

Zubereitung

  1. Den Reis gründlich unter kaltem Wasser abspülen, bis das Wasser weitgehend klar bleibt. Dadurch wird überschüssige Stärke entfernt und der Reis wird lockerer.
  2. Wasser in einem Topf zum Kochen bringen.
  3. Den Reis hinzufügen und kurz umrühren.
  4. Sobald das Wasser erneut aufkocht, den Herd auf die kleinste Stufe stellen und den Reis etwa 2 bis 3 Minuten leicht köcheln lassen.
  5. Den Topf vom Herd nehmen.
  6. Den Deckel geschlossen halten und den Reis 15 bis 20 Minuten in der Restwärme quellen lassen.
  7. Anschließend den Reis mit einer Gabel vorsichtig auflockern.

Das Ergebnis ist lockerer, gleichmäßig gegarter Reis.


Methode 2: Thermomethode

Hierbei wird der Topf nach dem kurzen Aufkochen isoliert.

Nach dem kurzen Erhitzen wird der Topf:

  • in ein dickes Handtuch gewickelt,
  • in eine Decke eingeschlagen oder
  • in eine Isolierbox gestellt.

Die gespeicherte Wärme reicht oft aus, damit der Reis vollständig fertig gart.

Diese Methode wurde früher häufig genutzt, um Energie zu sparen.


Methode 3: Reis im Backofen

Auch der Backofen eignet sich hervorragend.

Vorgehensweise

  • Reis und heißes Wasser in eine ofenfeste Form geben.
  • Mit Aluminiumfolie oder einem gut schließenden Deckel abdecken.
  • Bei etwa 180 °C Ober-/Unterhitze 30 bis 40 Minuten garen (je nach Reissorte).

Diese Methode sorgt für eine besonders gleichmäßige Garung.


Methode 4: Reiskocher

Ein Reiskocher übernimmt den gesamten Garprozess automatisch.

Nach dem Erreichen der richtigen Temperatur schaltet das Gerät selbstständig auf Warmhalten um.

Vorteile:

  • gleichmäßiges Ergebnis
  • kaum Überwachung nötig
  • ideal für größere Mengen
  • kein Anbrennen

Methode 5: Dampfgaren

Auch im Dampfgarer lässt sich Reis hervorragend zubereiten.

Dabei wird der Reis nicht direkt gekocht, sondern durch heißen Wasserdampf gegart.

Der Vorteil:

  • besonders lockere Körner
  • gleichmäßige Feuchtigkeit
  • schonende Zubereitung

Die richtige Wassermenge

Je nach Reissorte gelten unterschiedliche Richtwerte.

Basmatireis

1 Teil Reis : 1,5 bis 1,75 Teile Wasser


Jasminreis

1 Teil Reis : etwa 1,5 Teile Wasser


Langkornreis

1 Teil Reis : 2 Teile Wasser


Rundkornreis

1 Teil Reis : 2 bis 2,5 Teile Wasser


Naturreis

1 Teil Reis : 2,5 bis 3 Teile Wasser


Warum sollte Reis gewaschen werden?

Durch das Waschen wird überschüssige Stärke entfernt.

Dadurch:

  • klebt der Reis weniger
  • werden die Körner lockerer
  • wird überschüssiger Staub entfernt

Ausnahmen bilden manche Risotto- oder Milchreissorten, bei denen Stärke ausdrücklich erwünscht ist.


Reis richtig würzen

Bereits das Kochwasser kann aromatisiert werden.

Geeignet sind:

  • Salz
  • Lorbeerblatt
  • Kardamom
  • Zimtstange
  • Kurkuma
  • Kreuzkümmel
  • Knoblauch
  • Ingwer

Auch Gemüse- oder Hühnerbrühe kann statt Wasser verwendet werden.


Tipps für besonders lockeren Reis

  • Reis vor dem Garen gründlich waschen.
  • Während des Garens den Deckel möglichst nicht anheben.
  • Nach dem Garen einige Minuten ruhen lassen.
  • Erst anschließend mit einer Gabel auflockern.
  • Nicht zu häufig umrühren.

Häufige Fehler

Zu viel Wasser

Der Reis wird matschig.


Zu wenig Wasser

Der Reis bleibt hart.


Deckel ständig öffnen

Dabei entweicht Dampf, wodurch sich die Garzeit verlängern kann.


Zu hohe Hitze

Der Topfboden kann anbrennen, obwohl der Reis oben noch nicht gar ist.


Was passt zu Reis?

Reis ist unglaublich vielseitig.

Er passt hervorragend zu:

  • Hähnchen
  • Rindfleisch
  • Fisch
  • Garnelen
  • Gemüsepfannen
  • Currys
  • Linsengerichten
  • Bohnen
  • Pilzen
  • Tofu
  • gebratenem Gemüse
  • Salaten

Aufbewahrung

Gekochter Reis sollte nach dem Garen nicht über längere Zeit bei Raumtemperatur stehen, da sich Bakterien vermehren können. Lassen Sie ihn zügig abkühlen und bewahren Sie ihn im Kühlschrank auf.

Er hält sich dort in einem gut verschlossenen Behälter in der Regel bis zu 3 bis 4 Tage.


Reis wieder aufwärmen

Zum Aufwärmen eignen sich:

  • Mikrowelle
  • Pfanne
  • Dampfgarer

Ein kleiner Schuss Wasser hilft, den Reis wieder locker zu machen.

Achten Sie darauf, den Reis vollständig zu erhitzen.


Häufig gestellte Fragen

Kann Reis wirklich ohne Kochen zubereitet werden?

Nicht vollständig. Roher Reis muss ausreichend erhitzt werden, um gar und sicher verzehrbar zu werden. Die beschriebenen Methoden nutzen jedoch die gespeicherte Wärme oder andere schonende Garverfahren, sodass kein dauerhaftes Kochen auf dem Herd erforderlich ist.


Spart diese Methode Energie?

Ja. Das Nachgaren mit Restwärme oder das Isolieren des Topfes kann den Energieverbrauch im Vergleich zu dauerhaftem Köcheln reduzieren.


Funktioniert das mit Vollkornreis?

Ja. Vollkornreis benötigt jedoch mehr Wasser und eine längere Gar- bzw. Quellzeit als weißer Reis.


Kann ich Gewürze direkt mitgaren?

Ja. Gewürze wie Lorbeer, Kardamom, Zimt, Kurkuma oder Kreuzkümmel können bereits dem Kochwasser hinzugefügt werden und verleihen dem Reis ein feines Aroma.


Warum sollte der Reis nach dem Garen ruhen?

Während der Ruhezeit verteilt sich die verbleibende Feuchtigkeit gleichmäßig im Reis. Dadurch werden die Körner lockerer und die Konsistenz verbessert sich.