Terrassenstühle verbringen den größten Teil des Jahres draußen und müssen dabei einiges aushalten. Sonne, Regen, Feuchtigkeit, Staub, Pollen und wechselnde Temperaturen hinterlassen mit der Zeit ihre Spuren. Besonders nach längeren feuchten Perioden kann sich auf Kunststoff, Holz oder anderen Oberflächen ein grünlicher Belag bilden.
Was zunächst wie etwas harmloser Schmutz aussieht, kann sich schnell über die gesamte Oberfläche ausbreiten. Die Stühle wirken ungepflegt, fühlen sich teilweise glitschig an und können unangenehm riechen.
Genau hier hat mir mein Schwiegervater einen einfachen Reinigungstrick gezeigt. Das Entscheidende daran ist nicht ein teures Spezialprodukt, sondern die richtige Kombination aus Einweichen, sanftem Schrubben und gründlichem Abspülen.
Warum werden Terrassenstühle überhaupt grün?
Der grüne Belag entsteht häufig durch Algen, Moos oder andere organische Ablagerungen, die sich besonders dort entwickeln, wo Oberflächen regelmäßig feucht bleiben.
Terrassenstühle stehen beispielsweise:
- unter Bäumen,
- in schattigen Bereichen,
- in der Nähe von Pflanzen,
- auf feuchten Terrassen,
- unter einer Überdachung mit wenig Luftzirkulation.
Wenn Regenwasser oder Kondensfeuchtigkeit nicht schnell verdunstet, bleibt die Oberfläche länger feucht. Gleichzeitig können Staub und Pflanzenreste eine zusätzliche Nahrungsquelle für organische Ablagerungen bilden.
Das Ergebnis ist dieser typische grünliche Film.
Der wichtigste Schritt: Die Stühle richtig vorbereiten
Bevor Sie irgendeinen Reiniger verwenden, entfernen Sie zunächst Kissen, Auflagen und andere abnehmbare Teile.
Stellen Sie die Stühle möglichst an einen gut belüfteten Ort.
Entfernen Sie anschließend trockenen Staub, Blätter, Erde und lose Verschmutzungen mit einer weichen Bürste.
Dieser Schritt wird häufig übersprungen, obwohl er die spätere Reinigung deutlich erleichtert.
Wenn Sie sofort Wasser auf eine stark verschmutzte Oberfläche geben, vermischen sich Erde, Pflanzenreste und organische Ablagerungen zu einer schmierigen Schicht.
Der einfache Reinigungstrick
Für viele robuste Kunststoff- oder Metallstühle reicht zunächst eine Lösung aus warmem Wasser und etwas Haushalts-Spülmittel.
Geben Sie warmes Wasser in einen Eimer und fügen Sie eine kleine Menge Spülmittel hinzu. Das Wasser sollte nicht kochend heiß sein.
Tauchen Sie einen Schwamm oder eine weiche Bürste in die Lösung und arbeiten Sie die Oberfläche gründlich ab.
Bei stärkerem grünen Belag lassen Sie die Lösung zunächst einige Minuten einwirken.
Dadurch wird die Ablagerung weicher und lässt sich leichter lösen.
Nicht sofort mit Gewalt schrubben
Das ist einer der wichtigsten Tipps.
Wenn der Belag fest sitzt, bedeutet das nicht automatisch, dass Sie besonders kräftig schrubben müssen.
Lassen Sie die Reinigungslösung zunächst wirken.
Danach arbeiten Sie Abschnitt für Abschnitt mit einer weichen Bürste.
Bei Kunststoffstühlen kann eine etwas festere Kunststoffbürste hilfreich sein, sofern der Hersteller keine empfindliche Oberfläche angibt.
Bei lackierten oder beschichteten Oberflächen sollten Sie dagegen besonders vorsichtig vorgehen.
Hartnäckige Stellen brauchen etwas Geduld
An den Unterseiten der Sitzflächen, in kleinen Rillen und an den Verbindungsstellen kann sich besonders viel grüner Belag sammeln.
Diese Bereiche sollten Sie nicht vergessen.
Eine kleinere Bürste oder eine alte, saubere Zahnbürste kann für enge Zwischenräume hilfreich sein.
Arbeiten Sie langsam und kontrolliert.
Oft löst sich die Verschmutzung nach wenigen Minuten deutlich besser als zu Beginn.
Anschließend gründlich abspülen
Nachdem Sie den Belag gelöst haben, müssen die Stühle gründlich mit sauberem Wasser abgespült werden.
Das ist wichtig, weil sowohl Schmutz als auch Reinigungsmittelreste von der Oberfläche entfernt werden sollen.
Wenn Sie einen Gartenschlauch verwenden, genügt bei vielen Stühlen ein normaler Wasserstrahl.
Vermeiden Sie unnötig starken Druck, insbesondere bei empfindlichen Oberflächen, Verbindungen oder lackierten Bereichen.
Der entscheidende letzte Schritt: vollständig trocknen
Jetzt kommt ein Schritt, der erstaunlich häufig vergessen wird.
Lassen Sie die Stühle vollständig trocknen.
Am besten stellen Sie sie an einen hellen, gut belüfteten Ort, an dem Wasser schnell verdunsten kann.
Warum ist das so wichtig?
Weil dauerhafte Feuchtigkeit genau die Bedingungen schafft, unter denen sich der grüne Belag erneut entwickeln kann.
Sauber machen und anschließend einen nassen Stuhl in eine dunkle, feuchte Ecke stellen, wäre deshalb wenig sinnvoll.
Was ist mit Essig?
Essig wird häufig als Hausmittel gegen verschiedene Ablagerungen empfohlen.
Allerdings ist er nicht automatisch für jedes Terrassenmaterial geeignet.
Bei empfindlichen Natursteinen, bestimmten Beschichtungen oder empfindlichen Oberflächen können säurehaltige Mittel problematisch sein.
Deshalb sollten Sie bei einem unbekannten Material zunächst die Pflegehinweise des Herstellers prüfen und einen Reiniger an einer unauffälligen Stelle testen.
Für viele alltägliche Verschmutzungen ist warmes Wasser mit etwas Spülmittel bereits ein guter Ausgangspunkt.
Was ist mit Backpulver?
Auch Backpulver oder Natron werden gerne als Hausmittel eingesetzt.
Eine milde Paste kann bei bestimmten robusten Oberflächen helfen, hartnäckige Verschmutzungen mechanisch zu lösen.
Aber auch hier gilt: Nicht jede Oberfläche verträgt Scheuern.
Bei glänzendem Kunststoff, empfindlichen Beschichtungen oder lackierten Stühlen kann eine abrasive Paste kleine Kratzer hinterlassen.
Deshalb lieber vorsichtig beginnen und bei Bedarf die Methode anpassen.
Vorsicht mit Chlor und starken Chemikalien
Bei grünem Belag entsteht schnell die Versuchung, sofort zu einem starken Reinigungsmittel zu greifen.
Das ist nicht immer die beste Lösung.
Aggressive Mittel können:
- Farben verändern,
- Kunststoffoberflächen beschädigen,
- Lacke angreifen,
- Pflanzen in der Umgebung schädigen,
- Haut und Augen reizen.
Außerdem sollten Reinigungsmittel niemals wahllos miteinander vermischt werden.
Besonders wichtig: Chlorhaltige Produkte dürfen nicht mit Säuren wie Essig oder anderen Reinigern kombiniert werden. Dabei können gefährliche Gase entstehen.
Wenn ein spezielles Algen- oder Grünbelag-Produkt verwendet wird, sollte es immer genau nach Herstellerangaben eingesetzt werden.
Bei Holzmöbeln ist besondere Vorsicht nötig
Nicht alle Terrassenstühle können auf dieselbe Weise gereinigt werden.
Bei unbehandeltem oder geöltem Holz sollten Sie wesentlich vorsichtiger vorgehen.
Zu viel Wasser kann in das Holz eindringen.
Zu starkes Schrubben kann die Oberfläche aufrauen.
Und ein aggressiver Reiniger kann die Farbe oder Schutzschicht verändern.
Bei Holz ist es deshalb sinnvoll, zunächst mit einer weichen Bürste und einer milden Reinigungslösung zu arbeiten und anschließend die Oberfläche gut trocknen zu lassen.
Bei hochwertigen Holzmöbeln sollten die Pflegehinweise des Herstellers Vorrang haben.
Warum der Belag immer wieder zurückkommt
Wenn Ihre Terrassenstühle nach kurzer Zeit erneut grün werden, liegt das meistens nicht daran, dass Sie schlecht gereinigt haben.
Möglicherweise sind die Umgebungsbedingungen einfach besonders günstig.
Ein Stuhl, der ständig im Schatten steht und nach einem Regenschauer nur langsam trocknet, wird viel schneller wieder grün als ein Stuhl, der regelmäßig Sonne und Luftzirkulation bekommt.
Deshalb lohnt sich nach der Reinigung ein Blick auf den Standort.
So können Sie einem erneuten Belag vorbeugen
Ein paar einfache Gewohnheiten können helfen:
Stühle regelmäßig abwischen: Entfernen Sie Staub und Pflanzenreste, bevor sich daraus eine dicke Schicht bildet.
Für Luftzirkulation sorgen: Stellen Sie Möbel nicht dauerhaft dicht an eine feuchte Wand oder in eine völlig abgeschlossene Ecke.
Nach Regen trocknen lassen: Wenn möglich, sorgen Sie dafür, dass Wasser von den Sitzflächen ablaufen kann.
Blätter entfernen: Besonders unter Bäumen können sich feuchte Blätter lange auf den Möbeln halten.
Möbel im Winter richtig lagern: Ein trockener, gut belüfteter Lagerort ist besser als eine dauerhaft feuchte Abdeckung.
Was tun mit den Sitzkissen?
Auch Sitzkissen können Feuchtigkeit speichern.
Wenn sie feucht geworden sind, sollten sie vollständig trocknen, bevor sie wieder auf die Stühle gelegt oder eingelagert werden.
Waschbare Bezüge sollten entsprechend ihrer Pflegehinweise gereinigt werden.
Wenn ein Kissen stark muffig riecht oder sichtbare Verunreinigungen tief in das Material eingedrungen sind, sollte geprüft werden, ob eine Reinigung überhaupt ausreicht oder ob das Kissen ersetzt werden muss.
Ein kleiner Fehler, der viel Arbeit verursacht
Ein häufiger Fehler besteht darin, die Stühle nach der Reinigung einfach sofort wieder an ihren alten Platz zu stellen.
Wenn dieser Platz schattig, feucht und schlecht belüftet ist, beginnt das Problem möglicherweise schon bald von vorne.
Die Reinigung sollte deshalb immer mit einer kleinen Veränderung der Umgebung verbunden werden.
Vielleicht reicht es bereits, die Stühle einige Zentimeter von einer Wand abzurücken oder sie nach einem Regenschauer so aufzustellen, dass Wasser besser ablaufen kann.
Wann sollte man professionelle Hilfe in Betracht ziehen?
Bei einem normalen grünen Belag auf robusten Gartenmöbeln ist eine gründliche Reinigung oft unkompliziert.
Anders sieht es aus, wenn eine Oberfläche stark beschädigt, porös oder dauerhaft feucht ist oder wenn sich ein hartnäckiger biologischer Bewuchs trotz wiederholter Reinigung schnell ausbreitet.
Auch wenn Sie nicht wissen, aus welchem Material ein Möbelstück besteht, sollten Sie nicht einfach verschiedene starke Reiniger ausprobieren.
Bei wertvollen, empfindlichen oder antiken Möbeln ist professionelle Beratung die bessere Wahl.



