nweis: In Ihrer Überschrift steht „Eimangel“. Ich gehe davon aus, dass Sie Eisenmangel meinen. Falls Sie tatsächlich „Ei-Mangel“ oder etwas anderes gemeint haben, kann ich den Text entsprechend ändern.
Eisenmangel gehört zu den häufigsten Mangelzuständen und kann Menschen in ganz unterschiedlichen Lebensphasen betreffen. Viele bemerken zunächst gar nicht, dass ihrem Körper Eisen fehlt. Die Beschwerden entwickeln sich oft langsam und werden deshalb leicht mit Stress, Schlafmangel, einer anstrengenden Arbeitswoche oder allgemeiner Erschöpfung verwechselt.
Dabei erfüllt Eisen im Körper eine besonders wichtige Aufgabe. Es wird unter anderem für die Bildung von Hämoglobin benötigt, einem Bestandteil der roten Blutkörperchen, der Sauerstoff transportiert. Wenn dem Körper über längere Zeit zu wenig Eisen zur Verfügung steht, kann zunächst ein Eisenmangel entstehen. Wird dieser ausgeprägter, kann sich daraus eine Eisenmangelanämie entwickeln.
Wichtig ist deshalb nicht nur die Frage, wie viel Eisen jemand zu sich nimmt, sondern auch, warum der Körper möglicherweise zu wenig Eisen hat. Eine unausgewogene Ernährung ist nur eine mögliche Ursache. Ebenso können Blutverluste, ein erhöhter Bedarf oder Probleme bei der Aufnahme im Verdauungstrakt eine Rolle spielen.
Was genau ist Eisenmangel?
Eisen ist ein Mineralstoff, den der Körper nicht selbst herstellen kann. Wir müssen ihn deshalb über die Nahrung aufnehmen.
Ein Teil des Eisens wird im Körper gespeichert. Diese Reserven können über längere Zeit helfen, den Bedarf zu decken. Wenn jedoch mehr Eisen verloren geht oder benötigt wird, als über die Nahrung aufgenommen und verarbeitet werden kann, können die Eisenspeicher allmählich leerer werden.
Das Interessante daran ist, dass ein Eisenmangel nicht unbedingt sofort zu einer Blutarmut führt.
Zunächst können lediglich die Eisenspeicher sinken. Später kann die Bildung von Hämoglobin beeinträchtigt werden. Erst dann entwickelt sich möglicherweise eine Eisenmangelanämie.
Deshalb kann ein Mensch bereits Beschwerden haben, bevor eine ausgeprägte Blutarmut festgestellt wird.
Warum braucht der Körper Eisen?
Eisen ist vor allem deshalb bekannt, weil es für den Sauerstofftransport eine zentrale Rolle spielt.
Unser Blut transportiert Sauerstoff von der Lunge in den gesamten Körper. Dafür benötigen die roten Blutkörperchen Hämoglobin.
Hämoglobin enthält Eisen.
Wenn nicht genügend Hämoglobin vorhanden ist, kann der Sauerstofftransport beeinträchtigt sein. Der Körper versucht dann häufig, dies auszugleichen.
Das kann sich beispielsweise durch Müdigkeit, verminderte Belastbarkeit oder Kurzatmigkeit bei körperlicher Anstrengung bemerkbar machen.
Eisen ist außerdem an verschiedenen weiteren biologischen Prozessen beteiligt. Deshalb können die Auswirkungen eines Eisenmangels vielfältiger sein, als viele Menschen zunächst denken.
Die häufigsten Anzeichen eines Eisenmangels
Eisenmangel kann sich auf unterschiedliche Weise bemerkbar machen.
Zu den möglichen Beschwerden gehören:
- ungewöhnliche Müdigkeit
- Erschöpfung
- Konzentrationsprobleme
- verminderte körperliche Leistungsfähigkeit
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- blasse Haut
- Kurzatmigkeit bei Belastung
- Herzklopfen
- kalte Hände und Füße
- brüchige Nägel
- Haarausfall
- Zungenbeschwerden
- ungewöhnliches Verlangen nach bestimmten nicht essbaren Dingen
Allerdings ist keines dieser Symptome allein ein Beweis für Eisenmangel.
Müdigkeit kann beispielsweise durch Schlafmangel, Stress, Infektionen, psychische Belastungen oder zahlreiche andere Erkrankungen entstehen.
Deshalb sollte man nicht allein anhand der Symptome entscheiden, dass Eisen fehlt.
Müdigkeit ist eines der bekanntesten Symptome
Viele Menschen denken bei Eisenmangel zuerst an Müdigkeit.
Das ist nachvollziehbar.
Wenn der Körper Schwierigkeiten hat, ausreichend Hämoglobin zu bilden, kann die Sauerstoffversorgung des Gewebes beeinträchtigt sein. Menschen mit ausgeprägtem Eisenmangel können sich deshalb ungewöhnlich erschöpft fühlen.
Manche beschreiben es als eine Müdigkeit, die sich durch normalen Schlaf nicht vollständig beseitigen lässt.
Andere stellen fest, dass Tätigkeiten, die früher problemlos möglich waren, plötzlich anstrengender werden.
Ein Spaziergang kann sich plötzlich schwerer anfühlen.
Treppensteigen kann schneller außer Atem bringen.
Sport kann deutlich anstrengender werden.
Doch auch hier gilt:
Müdigkeit allein bedeutet nicht automatisch Eisenmangel.
Warum kann Eisenmangel überhaupt entstehen?
Die Ursachen lassen sich grob in mehrere Gruppen einteilen.
Eine wichtige Ursache ist Blutverlust.
Eine weitere Möglichkeit ist ein erhöhter Eisenbedarf.
Auch eine unzureichende Eisenaufnahme über die Ernährung kann eine Rolle spielen.
Und schließlich kann der Körper möglicherweise nicht genügend Eisen aufnehmen, obwohl ausreichend Eisen gegessen wird.
Diese Unterschiede sind wichtig.
Denn wenn die Ursache nicht behoben wird, kann ein Eisenpräparat allein das Problem möglicherweise nicht dauerhaft lösen.
1. Blutverlust als wichtige Ursache
Eine der häufigsten Ursachen für Eisenmangel ist der Verlust von Blut.
Blut enthält Eisen.
Wenn regelmäßig Blut verloren geht, verliert der Körper deshalb auch Eisen.
Bei Frauen vor der Menopause kann beispielsweise eine starke oder sehr lange Menstruation eine wichtige Ursache sein.
Wenn die monatliche Blutung außergewöhnlich stark ist, kann der Eisenverlust erheblich sein.
Das bedeutet nicht, dass jede starke Menstruation automatisch zu Eisenmangel führt.
Wenn eine Frau jedoch dauerhaft sehr starke Blutungen hat und gleichzeitig Symptome wie Müdigkeit, Schwäche oder Schwindel entwickelt, kann eine ärztliche Untersuchung sinnvoll sein.
2. Eisenmangel bei Männern sollte besonders ernst genommen werden
Wenn ein erwachsener Mann einen bestätigten Eisenmangel hat, sollte die Ursache sorgfältig abgeklärt werden.
Eine unzureichende Ernährung ist möglich.
Aber auch unbemerkte Blutverluste aus dem Magen-Darm-Trakt können eine Rolle spielen.
Das kann beispielsweise bei bestimmten Erkrankungen des Verdauungssystems vorkommen.
Deshalb sollte man bei einem festgestellten Eisenmangel nicht einfach dauerhaft Eisenpräparate einnehmen, ohne nach der Ursache zu suchen.
Die Behandlung sollte sich möglichst daran orientieren, warum der Eisenmangel entstanden ist.
3. Ernährung kann eine Rolle spielen
Eisen kommt in verschiedenen Lebensmitteln vor.
Tierische Lebensmittel enthalten sogenanntes Häm-Eisen, das der Körper relativ gut aufnehmen kann.
Dazu gehören beispielsweise:
- Fleisch
- Fisch
- Meeresfrüchte
Pflanzliche Lebensmittel enthalten überwiegend Nicht-Häm-Eisen.
Dazu gehören unter anderem:
- Hülsenfrüchte
- Linsen
- Bohnen
- Kichererbsen
- Hafer
- Vollkornprodukte
- Nüsse
- Samen
- bestimmte Gemüsesorten
Eine abwechslungsreiche Ernährung kann dazu beitragen, ausreichend Eisen aufzunehmen.
Vitamin C kann die Eisenaufnahme beeinflussen
Ein interessanter Aspekt ist die Kombination verschiedener Lebensmittel.
Vitamin C kann die Aufnahme von Nicht-Häm-Eisen verbessern.
Deshalb kann es sinnvoll sein, eisenhaltige pflanzliche Lebensmittel mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln zu kombinieren.
Zum Beispiel:
Linsen mit Paprika.
Bohnen mit Tomaten.
Haferflocken mit Beeren.
Kichererbsen mit Gemüse.
Eine abwechslungsreiche Ernährung liefert dabei nicht nur Eisen, sondern auch viele weitere wichtige Nährstoffe.
Kaffee und Tee können eine Rolle spielen
Auch die Zusammensetzung einer Mahlzeit kann beeinflussen, wie viel Eisen tatsächlich aufgenommen wird.
Bestimmte Bestandteile von Kaffee und Tee können die Aufnahme von Nicht-Häm-Eisen reduzieren.
Das bedeutet nicht, dass Menschen mit Eisenmangel grundsätzlich auf Kaffee oder Tee verzichten müssen.
Es kann jedoch sinnvoll sein, bei einem nachgewiesenen Eisenmangel auf den zeitlichen Abstand zwischen eisenreicher Mahlzeit beziehungsweise Eisenpräparat und Kaffee oder Tee zu achten.
Bei einer konkreten Einnahme von Eisenpräparaten sollte man sich an die ärztliche oder pharmazeutische Empfehlung halten.
4. Schwangerschaft erhöht den Eisenbedarf
Während einer Schwangerschaft verändert sich der Eisenbedarf des Körpers.
Das Blutvolumen nimmt zu und der Körper muss zusätzliche Blutversorgung für das ungeborene Kind bereitstellen.
Deshalb kann der Eisenbedarf steigen.
Eine ausreichende Versorgung ist in dieser Lebensphase besonders wichtig.
Schwangere sollten Eisenpräparate jedoch nicht einfach auf eigene Faust in hohen Dosen einnehmen.
Ob eine Supplementierung notwendig ist, sollte anhand der individuellen Situation und entsprechender Untersuchungen entschieden werden.
5. Wachstum kann den Bedarf erhöhen
Auch Kinder und Jugendliche können einen erhöhten Eisenbedarf haben.
Während Wachstumsphasen verändert sich der Körper schnell.
Der Bedarf an bestimmten Nährstoffen kann dadurch steigen.
Bei Jugendlichen kann zusätzlich bei Mädchen die Menstruation hinzukommen.
Eine ausgewogene Ernährung ist deshalb besonders wichtig.
Wenn Müdigkeit, Konzentrationsprobleme oder eine auffällige Leistungsschwäche auftreten, sollte nicht automatisch angenommen werden, dass es lediglich am Schulstress liegt.
6. Probleme bei der Eisenaufnahme
Manchmal liegt das Problem nicht darin, dass jemand zu wenig Eisen isst.
Der Körper kann Eisen möglicherweise nicht ausreichend aufnehmen.
Bestimmte Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes können die Aufnahme von Nährstoffen beeinflussen.
Auch bestimmte Operationen am Verdauungstrakt können die Eisenaufnahme verändern.
In solchen Situationen kann eine einfache Ernährungsumstellung möglicherweise nicht ausreichen.
Deshalb ist es wichtig, bei wiederkehrendem Eisenmangel nach der Ursache zu suchen.
Eisenmangel und Haarausfall
Haarausfall wird häufig mit Eisenmangel in Verbindung gebracht.
Tatsächlich kann eine Eisenmangelanämie bei manchen Menschen mit Haarausfall einhergehen.
Aber auch hier gilt:
Nicht jeder Haarausfall bedeutet Eisenmangel.
Haarausfall kann viele verschiedene Ursachen haben.
Dazu gehören unter anderem genetische Faktoren, hormonelle Veränderungen, Erkrankungen, Stress und andere Nährstoffprobleme.
Wer plötzlich starken oder ungewöhnlichen Haarausfall bemerkt, sollte deshalb nicht einfach Eisen einnehmen, sondern die Ursache ärztlich abklären lassen.
Brüchige Nägel und Veränderungen an der Haut
Auch Nägel können bei ausgeprägtem Eisenmangel verändert sein.
Manche Menschen bemerken brüchige Nägel oder eine Veränderung der Nagelform.
Die Haut kann außerdem blasser wirken.
Aber auch diese Symptome sind nicht spezifisch.
Eine blasse Haut kann beispielsweise von Natur aus vorhanden sein oder durch andere gesundheitliche Faktoren entstehen.
Deshalb ist eine Untersuchung wichtiger als eine Selbstdiagnose anhand äußerer Merkmale.
Ein ungewöhnliches Symptom: Verlangen nach nicht essbaren Dingen
Ein besonders interessantes Phänomen wird Pica genannt.
Dabei verspüren Menschen ein ungewöhnliches Verlangen nach Dingen, die normalerweise nicht als Lebensmittel gedacht sind.
Beispiele können Erde, Eis oder andere nicht essbare Substanzen sein.
Ein ungewöhnliches Verlangen nach Eis wird beispielsweise als Pagophagie bezeichnet.
Pica kann mit Eisenmangel verbunden sein.
Wenn jemand ein solches Verhalten bemerkt, sollte das ärztlich angesprochen werden.
Warum ein Bluttest so wichtig ist
Viele Menschen versuchen, anhand ihrer Beschwerden herauszufinden, ob sie Eisenmangel haben.
Das ist schwierig.
Müdigkeit?
Kann Eisenmangel sein.
Haarausfall?
Kann Eisenmangel sein.
Kopfschmerzen?
Kann Eisenmangel sein.
Kalte Hände?
Vielleicht.
Aber all diese Symptome haben auch zahlreiche andere mögliche Ursachen.
Deshalb können Blutuntersuchungen wesentlich hilfreicher sein.
Ärztinnen und Ärzte können je nach Situation unter anderem Blutbild und Eisenstatus beurteilen.
Ein häufig verwendeter Laborwert ist Ferritin, das Hinweise auf die Eisenspeicher geben kann.
Allerdings muss Ferritin immer im Zusammenhang mit anderen Laborwerten und der persönlichen Situation interpretiert werden, weil sich Ferritin beispielsweise bei Entzündungen verändern kann.
Nicht einfach auf Verdacht Eisen einnehmen
Das ist ein besonders wichtiger Punkt.
Eisen ist ein lebenswichtiger Mineralstoff.
Aber mehr ist nicht automatisch besser.
Eine unnötige oder zu hoch dosierte Einnahme kann Nebenwirkungen verursachen und ist nicht für jeden Menschen sinnvoll.
Eisenpräparate können beispielsweise Magen-Darm-Beschwerden verursachen.
Typisch sind unter anderem:
- Übelkeit
- Bauchschmerzen
- Verstopfung
- Durchfall
- dunkler Stuhl
Deshalb sollte eine längerfristige Einnahme möglichst auf einer nachvollziehbaren medizinischen Diagnose und einer passenden Dosierung beruhen.
Warum die Ursache wichtiger ist als nur der Laborwert
Stellen wir uns zwei Menschen mit Eisenmangel vor.
Person A ernährt sich über längere Zeit sehr einseitig und nimmt zu wenig Eisen auf.
Person B verliert dagegen regelmäßig Blut.
Beide können einen niedrigen Eisenstatus haben.
Aber die Behandlung der Ursache ist völlig unterschiedlich.
Bei Person A kann eine Verbesserung der Ernährung eine wichtige Rolle spielen.
Bei Person B muss dagegen geklärt werden, warum Blut verloren geht.
Genau deshalb sollte ein festgestellter Eisenmangel nicht einfach als isoliertes Problem betrachtet werden.
Eisenmangel ist nicht immer gleich Eisenmangel
Es gibt verschiedene Situationen.
Ein Mensch kann beispielsweise niedrige Eisenspeicher haben, aber noch keine ausgeprägte Blutarmut.
Bei einer Eisenmangelanämie sind dagegen zusätzlich bestimmte Blutwerte verändert.
Die Unterscheidung kann für die weitere Behandlung wichtig sein.
Was können Menschen selbst tun?
Eine ausgewogene Ernährung ist ein guter Ausgangspunkt.
Wer regelmäßig eisenhaltige Lebensmittel in den Speiseplan integriert, kann seine Eisenversorgung unterstützen.
Eine abwechslungsreiche Ernährung sollte dabei verschiedene Lebensmittelgruppen enthalten.
Zum Beispiel:
Hülsenfrüchte: Linsen, Bohnen und Kichererbsen.
Getreide: Hafer und Vollkornprodukte.
Nüsse und Samen: beispielsweise Kürbiskerne oder Sesam.
Gemüse: verschiedene grüne und andere Gemüsesorten.
Tierische Lebensmittel: Fleisch und Fisch können ebenfalls Eisen liefern.
Die beste Ernährung ist nicht diejenige, die nur auf einen einzigen Nährstoff konzentriert ist.
Eine ausgewogene Ernährung ist wichtiger als ein einzelnes „Superfood“
Im Internet findet man viele Behauptungen über einzelne Lebensmittel, die angeblich einen Eisenmangel innerhalb weniger Tage beseitigen können.
Hier ist Vorsicht angebracht.
Kein einzelnes Lebensmittel kann grundsätzlich alle Ursachen eines Eisenmangels lösen.
Wenn beispielsweise ein erheblicher Blutverlust vorliegt, wird eine Handvoll Kürbiskerne die Ursache nicht beseitigen.
Lebensmittel können Teil einer guten Ernährung sein.
Sie ersetzen aber nicht automatisch eine medizinische Abklärung.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Eine ärztliche Untersuchung ist besonders sinnvoll, wenn Beschwerden länger bestehen oder ungewöhnlich stark sind.
Dazu gehören beispielsweise:
- anhaltende starke Müdigkeit
- deutliche Leistungsschwäche
- wiederkehrender Schwindel
- Atemnot bei geringer Belastung
- Herzklopfen
- ungewöhnliche Blässe
- starker Haarausfall
- sehr starke Menstruationsblutungen
- ungewöhnliches Verlangen nach nicht essbaren Dingen
- wiederkehrender Eisenmangel
Auch wenn bereits einmal ein Eisenmangel festgestellt wurde und er immer wieder zurückkommt, sollte nach der Ursache gesucht werden.
Was passiert beim Arzt?
Zunächst wird normalerweise die Krankengeschichte betrachtet.
Dabei können Fragen eine Rolle spielen wie:
- Wie ernähren Sie sich?
- Gibt es starke Blutungen?
- Wie lange bestehen die Beschwerden?
- Gibt es Magen-Darm-Beschwerden?
- Werden Medikamente eingenommen?
- Gab es Operationen?
- Bestehen chronische Erkrankungen?
- Hat sich das Gewicht verändert?
- Gibt es familiäre Erkrankungen?
Danach kann je nach Situation eine Blutuntersuchung erfolgen.
So kann man besser unterscheiden, ob tatsächlich Eisenmangel vorliegt und wie ausgeprägt er ist.
Warum Selbstdiagnosen problematisch sein können
Im Internet findet man zahlreiche Listen mit Symptomen.
Das kann hilfreich sein, um sich über mögliche Zusammenhänge zu informieren.
Aber eine Symptomliste ersetzt keine Diagnose.
Wenn jemand beispielsweise müde ist, könnte Eisenmangel dahinterstecken.
Es könnten aber auch andere Ursachen vorliegen.
Deshalb ist die bessere Frage nicht:
„Welches Nahrungsergänzungsmittel brauche ich?“
Sondern:
„Warum habe ich diese Beschwerden?“
Diese kleine Veränderung in der Denkweise kann sehr wichtig sein.
Ein Eisenmangel sollte ernst genommen werden – aber ohne Panik
Eisenmangel ist häufig und in vielen Fällen gut behandelbar.
Das bedeutet jedoch nicht, dass man ihn ignorieren sollte.
Wenn der Körper über längere Zeit nicht ausreichend mit Eisen versorgt wird, kann sich ein zunächst leichter Mangel verschlimmern.
Gleichzeitig sollte man sich auch nicht von einzelnen Symptomen sofort beunruhigen lassen.
Die richtige Vorgehensweise besteht darin, Beschwerden ernst zu nehmen, sie medizinisch abklären zu lassen und anschließend die Ursache gezielt zu behandeln.
Die wichtigste Erkenntnis
Eisenmangel hat nicht nur eine Ursache.
Er kann durch eine unzureichende Eisenaufnahme entstehen.
Er kann durch einen erhöhten Bedarf entstehen.
Er kann durch Blutverlust entstehen.
Er kann durch eine beeinträchtigte Aufnahme im Verdauungstrakt entstehen.
Und manchmal spielen mehrere Faktoren gleichzeitig eine Rolle.
Deshalb ist es falsch, jedem Menschen mit Eisenmangel einfach dieselbe Lösung zu empfehlen.


