Himmlisch leicht: Das Rezept für unsere unvergessliche Pudding-Schnitten-Torte
Es gibt sie noch, die wahren Juwelen der klassischen deutschen Küche. Sie sind nicht immer auf den ersten Blick spektakulär, aber ihr Geschmack weckt sofort Kindheitserinnerungen an Omas Kaffeetafel. Eine dieser Perlen ist die Pudding-Schnitten-Torte – ein Dessert, das mit ihrer einzigartigen Kombination aus luftig-lockeren Brandteigböden und einer cremig-leichten Butterpuddingcreme überzeugt. Sie ist der Inbegriff von Cremigkeit und Leichtigkeit und das absolute Highlight für jeden gelungenen Nachmittag.
Dieses Rezept führt Sie in zwei Welten des Backens ein: in die Magie des Brandteigs, der im Ofen zu goldbraunen, hohen Böden aufgeht, und in die Kunst einer perfekt gelungenen Puddingcreme, die so leicht ist, dass sie auf der Zunge zerschmilzt. Machen Sie sich bereit für ein Backabenteuer, dessen Ergebnis jeden beeindrucken wird!
Warum diese Torte etwas Besonderes ist
Anders als bei einer herkömmlichen Torte aus Mürbeteig oder Biskuit besteht der Boden aus einem Brandteig (auch Windteig oder choux pastry genannt). Das bedeutet, dass Mehl in kochende Flüssigkeit eingerührt wird. Durch diesen Vorgang bindet das Mehl stark und kann eine enorme Menge Eier aufnehmen, die dem Teig später seine typische, hohe und luftige Struktur verleihen. In Kombination mit der nicht zu süßen Creme entsteht so ein harmonisches Geschmackserlebnis, das sättigt, ohne schwer im Magen zu liegen.
Die Zutaten: Einfach, aber mit Tiefgang
Für die Pudding-Butter-Creme:
- 650 ml Milch (3,5% Fett für eine besonders cremige Konsistenz)
- 1 ½ Päckchen Vanillepuddingpulver (für eine stabile Creme)
- Zucker, ca. 50 – 100 g (nach Belieben – 80 g sind ein guter Mittelweg)
- 250 g Butter (zimmertemperatur-weich!)
Für den Brandteig-Boden:
- 270 ml Wasser
- 150 g Butter
- 170 g Weizenmehl (Type 405)
- ½ Päckchen Backpulver (das ist der kleine Trick für extra Lockerei)
- 4 Eier (Größe M), Zimmertemperatur
Für die Dekoration:
- Puderzucker zum Bestäuben
Die Zubereitung: Schritt für Schritt zur Perfektion
Teil 1: Die Seele der Torte – Die Pudding-Butter-Creme
Die Creme ist das Herzstück und benötigt Zeit zum Abkühlen. Deswegen beginnen wir mit ihr.
- Den Pudding anrühren: Geben Sie das Vanillepuddingpulver in eine Schüssel und verrühren Sie es glatt mit 300 ml der kalten Milch. Ein gründliches Verrühren ohne Klumpen ist jetzt die beste Voraussetzung für einen glatten Pudding später.
- Die Milch erhitzen: Die restlichen 350 ml Milch in einen Topf geben und bis zum Kochen erhitzen.
- Den Pudding kochen: Sobald die Milch kocht, nehmen Sie den Topf für einen Moment von der Platte. Gießen Sie die angerührte Pudding-Milch-Mischung unter ständigem Rühren in die kochende Milch. Das Rühren mit einem Schneebesen verhindert die Bildung von Klumpen.
- Ausdicken lassen: Stellen Sie den Topf wieder auf die mittlere Hitze und lassen Sie den Pudding unter ständigem Rühren aufkochen. Sobald er blubbernd aufgekocht ist, lassen Sie ihn für etwa 1-2 Minute weiterköcheln und rühren kräftig weiter, bis er schön dick und cremig ist.
- Süßen und abkühlen: Nehmen Sie den Topf vom Herd und rühren Sie den Zucker nach Geschmack ein. Je weniger Zucker, desto mehr kommt das feine Vanillearoma zur Geltung. Geben Sie den heißen Pudding sofort in eine flache Schüssel, um den Abkühlprozess zu beschleunigen. Decken Sie ihn direkt mit Frischhaltefolie ab, sodass diese die Puddingoberfläche berührt. Das verhindert die Bildung einer unappetitlichen Haut. Lassen Sie den Pudding für mindestens 2-3 Stunden, besser über Nacht, vollständig abkühlen.
Teil 2: Die Krone der Torte – Der luftige Brandteig
- Den Teig vorbereiten („Abbrennen“): Heizen Sie Ihren Backofen auf 210°C Ober-/Unterhitze (Umluft: 190°C) vor. Legen Sie ein Backblech mit Backpapier aus. Geben Sie das Wasser und die Butter in einen Topf und erhitzen Sie es, bis die Butter geschmolzen ist und die Flüssigkeit kocht.
- Das Mehl einrühren: Nehmen Sie den Topf sofort von der Herdplatte. Schütten Sie auf einen Schlag das mit dem Backpulver vermischte Mehl in die kochende Flüssigkeit. Rühren Sie jetzt kräftig mit einem Kochlöffel, bis sich alles zu einem glatten, festen Teig ballt, der sich vom Topfboden löst. Dieser Schritt ist entscheidend!
- Ausreichend abkühlen lassen: Verteilen Sie den heißen Teigballen in einer Schüssel und lassen Sie ihn für mindestens 15-20 Minuten vollständig abkühlen. Er sollte lauwarm sein, damit die Eier später nicht gerinnen.
- Die Eier einarbeiten: Geben Sie nun nacheinander die 4 Eier in den Teig. Arbeiten Sie jedes Ei erst gründlich mit dem Kochlöffel oder den Rührstäben des Handmixers unter, bevor Sie das nächste hinzufügen. Zum Schluss mixen Sie den Teig für 2-3 Minuten auf höchster Stufe, bis er glänzend, glatt und seidig ist.
Teil 3: Der finale Zusammenbau – Vom Teig zur Torte
- Die Böden backen: Teilen Sie den Teig in zwei gleich große Portionen. Geben Sie die erste Hälfte auf das vorbereitete Backblech und streichen Sie ihn mit einem feuchten Spatel oder Messer gleichmäßig und dünn (ca. 0,5-1 cm) zu einem Rechteck aus. Backen Sie ihn im vorgeheizten Ofen für ca. 20 Minuten, bis er goldbraun, hochgegangen und knusprig ist. Wiederholen Sie den Vorgang mit der zweiten Teighälfte. Lassen Sie beide Böden vollständig auf einem Kuchengitter auskühlen.
- Die Creme fertigstellen: Geben Sie den vollständig kalten Vanillepudding in eine Rührschüssel und mixen Sie ihn kurz glatt, um eventuelle Klümpchen zu beseitigen. Geben Sie nach und nach die weiche Butter hinzu und mixen Sie auf höchster Stufe, bis eine wunderbar lockere, schaumige und gleichmäßige Creme entsteht.
- Die Torte zusammensetzen: Legen Sie den ersten, vollständig abgekühlten Brandteigboden auf eine Tortenplatte. Verteilen Sie die gesamte Pudding-Butter-Creme gleichmäßig darauf. Setzen Sie vorsichtig den zweiten Boden darauf und drücken Sie ihn leicht an.
- Die vollendete Dekoration: Sieben Sie kurz vor dem Servieren reichlich Puderzucker über die Torte. Für ein festliches Finish können Sie mit einer Gabel oder einem Spatel dekorative Muster in den Zucker ziehen.
Tipps für das Gelingen:
- Zeit ist Ihr Freund: Lassen Sie dem Pudding und den Böden unbedingt die nötige Zeit zum vollständigen Abkühlen. Ein warmer Pudding würde die Butter in der Creme schmelzen lassen, und ein warmer Boden würde die Creme aufweichen.
- Butter-Temperatur: Die Butter für die Creme muss weich, aber nicht flüssig sein. Nehmen Sie sie mindestens 2 Stunden vorher aus dem Kühlschrank.
- Variation: Für eine Schokovariante ersetzen Sie einfach 40g Mehl im Teig durch Kakaopulver oder rühren etwas geschmolzene Zartbitterschokolade unter die Creme.
Schneiden Sie die Torte in Stücke und genießen Sie dieses Stück deutsche Backkunst zu einer guten Tasse Kaffee. Guten Appetit!



