Himmlisch zart: Die russische Schmetterlingstorte mit Biskuit und Vanillecreme
Stellen Sie sich eine Torte vor, die so leicht ist, dass sie fast auf der Zunge zu schweben scheint: Ein saftiger, schokoladiger Biskuitboden, gefüllt mit einer intensiven, selbstgemachten Vanillecreme und gekrönt von einer luftigen Schicht Schlagsahne. Diese Torte, oft als “Schmetterlingstorte” oder russische “Smetannik”-Variation bekannt, ist ein Meisterwerk der Texturen. Sie ist nicht zu süß, unglaublich saftig und schmilzt buchstäblich im Mund.
Dieses Rezept führt Sie durch die Zubereitung eines einfachen, aber extrem lockeren Biskuits und einer cremigen Stovengard-Creme (eine gekochte Puddingcreme mit Butter), die zusammen eine unschlagbare Kombination ergeben. Perfekt für Geburtstage, Feiertage oder einfach als besonderes Wochenendvergnügen.
Warum diese Torte etwas Besonderes ist
- Der Biskuit: Durch das lange Aufschlagen der Eier mit Zucker entsteht eine extrem luftige Masse, die einen zarten, feuchten Kuchen ergibt, der nicht trocken wird.
- Die Vanillecreme: Anders als einfache Puddingcreme wird hier eine klassische “Russische Creme” oder “Stovengard” zubereitet, bei der Butter unter die abgekühlte Puddingmasse gerührt wird. Das verleiht ihr eine unglaublich reichhaltige, seidige und doch leichte Textur.
- Die Sahnehaube: Eine einfache, leicht gesüßte Schlagsahne rundet die Torte ab, ohne sie zu überladen, und verleiht ihr eine elegante Optik.
Zutaten: Für eine 20 cm Springform
Für den schokoladigen Biskuitboden:
- 2 große Eier (Zimmertemperatur)
- 130 g Zucker
- 1 Prise Salz
- 170 ml Sauerrahm
- 130 g Weizenmehl (Type 405)
- 10 g ungezuckertes Kakaopulver
- 7 g Maisstärke
- 5 g Backpulver
Für die intensive Vanille-Butter-Creme:
- 2 große Eigelb (vom Boden verwendbar)
- 120 g Zucker
- 10 g Vanillezucker (oder 1 TL Vanilleextrakt)
- 60 g Maisstärke
- 500 ml Milch (3,5% Fett)
- 100 g kalte Butter, in Würfeln
Für die luftige Sahnehaube:
- 200 ml Schlagsahne (sehr kalt)
- 10-20 g Puderzucker (nach Belieben)
Zubereitung: Der Weg zur perfekten Torte
Teil 1: Der saftige Biskuitboden
- Vorbereitung: Heizen Sie Ihren Backofen auf 170°C Ober-/Unterhitze (Umluft: 150°C) vor. Fetten Sie eine 20 cm Springform gut ein und bestäuben Sie sie mit Mehl oder belegen Sie den Boden mit Backpapier.
- Eier und Zucker schaumig schlagen: Geben Sie die 2 Eier, 130 g Zucker und die Prise Salz in eine große Rührschüssel. Schlagen Sie die Mischung mit einem Handrührgerät für volle 5 Minuten auf höchster Stufe. Die Masse sollte sehr hell, dick und cremig sein und sich deutlich im Volumen vergrößert haben. Wenn Sie das Rührgerät anheben, sollte ein dicker Band vom Schneebesen fallen.
- Sauerrahm unterrühren: Heben Sie den Sauerrahm vorsichtig unter die Eier-Zucker-Masse.
- Trockene Zutaten einarbeiten: In einer separaten Schüssel vermischen Sie gründlich das Mehl, Kakaopulver, Maisstärke und Backpulver. Sieben Sie diese Mischung portionsweise über die feuchte Masse und heben Sie sie vorsichtig mit einem Spatel unter. Wichtig: Rühren Sie nur so lange, bis keine Mehlflecken mehr sichtbar sind, um die Luft im Teig zu erhalten.
- Backen: Füllen Sie den Teig in die vorbereitete Form und streichen Sie die Oberfläche glatt. Backen Sie den Biskuit im vorgeheizten Ofen für 35-40 Minuten. Überprüfen Sie die Garzeit mit einem Zahnstocher: Er sollte sauber herauskommen. Lassen Sie den Biskuit für 10 Minuten in der Form abkühlen, bevor Sie ihn auf einem Kuchengitter vollständig erkalten lassen.
Teil 2: Die cremige Vanille-Butter-Füllung
- Eigelb-Mischung anrühren: Verrühren Sie in einer Schüssel die 2 Eigelbe, 120 g Zucker, Vanillezucker und 60 g Maisstärke mit einem Schneebesen zu einer glatten Paste. Geben Sie nach und nach etwa 100 ml der Milch dazu, um die Masse zu verflüssigen.
- Milch erhitzen: Erhitzen Sie die restliche Milch (400 ml) in einem mittelgroßen Topf bis zum Kochen.
- Pudding kochen: Nehmen Sie den Topf kurz vom Herd. Gießen Sie etwa die Hälfte der heißen Milch unter ständigem Rühren in die Eigelb-Mischung. Gießen Sie diese gesamte Mischung zurück in den Topf mit der restlichen heißen Milch. Stellen Sie den Topf bei mittlerer Hitze zurück und kochen Sie die Creme unter ständigem Rühren auf, bis sie dick und cremig ist. Dies dauert nur wenige Minuten.
- Butter einrühren: Nehmen Sie den Topf sofort vom Herd. Rühren Sie die Würfel der kalten Butter nach und nach in die heiße Creme ein, bis sie vollständig geschmolzen und eingearbeitet ist.
- Creme abkühlen lassen: Geben Sie die Creme in eine flache Schüssel, decken Sie sie mit Frischhaltefolie ab (die Folie sollte die Oberfläche berühren, um eine Haut zu verhindern) und lassen Sie sie vollständig abkühlen. Sie können diesen Vorgang beschleunigen, indem Sie die Schüssel in ein kaltes Wasserbad stellen.
Teil 3: Der Zusammenbau – Vom Kuchen zur Torte
- Boden vorbereiten: Sobald der Biskuitboden vollständig abgekühlt ist, schneiden Sie ihn horizontal einmal durch, so dass Sie zwei gleichmäßige Böden erhalten.
- Löcher machen (“Einrückungen”): Nehmen Sie die untere Biskuithälfte und stechen Sie mit einem Spieß oder einer Gabel gleichmäßig viele Löcher in die Oberfläche. Dies hilft der Creme, später besser einzuziehen.
- Füllen: Verteilen Sie die komplett abgekühlte Vanillecreme gleichmäßig auf der unteren Biskuithälfte. Setzen Sie die obere Biskuithälfte vorsichtig darauf.
- Sahnehaube zubereiten: Schlagen Sie die sehr kalte Schlagsahne mit dem Puderzucker steif.
- Torte verzieren: Verteilen Sie die steife Sahne gleichmäßig auf der obersten Biskuitschicht und glätten Sie sie oder setzen Sie Spitzen.
- Durchziehen lassen: Stellen Sie die fertig zusammengesetzte Torte für mindestens 3 Stunden, besser über Nacht, in den Kühlschrank. Diese Zeit ist entscheidend, damit die Aromen verschmelzen, der Biskuit die Feuchtigkeit der Creme aufnehmen kann und die Torte schön saftig wird und sich gut schneiden lässt.
Servieren und Genießen
Nehmen Sie die Torte kurz vor dem Servieren aus dem Kühlschrank. Schneiden Sie sie mit einem scharfen, feuchten Messer in Stücke.
Dieser Kuchen ist ein Beweis dafür, dass die besten Kreationen oft aus einfachen Zutaten entstehen. Jeder Biss ist eine harmonische Mischung aus Zartheit, Cremigkeit und Frische.
Guten Appetit und fröhliches Backen!



